Wasser für die Elefanten von Sara Gruen

Wasser für die Elefanten” – das ist nicht nur eine in diesen Wochen viel umjubelte Verfilmung mit Hollywoodstars wie Reese Witherspoon, Robert Pattinson oder Christoph Waltz. Die Romanvorlage des Dramas stammt von der Kanadierin Sara Gruen. Sie gilt als Tierliebhaberin und passionierte Autorin fiktiver Texte. So befassen sich ihre ersten beiden Romane mit Pferden. In ihrem bekanntesten Werk stehen hingegen Menschen und Elefanten im Mittelpunkt.

Erzählt wird die Geschichte eines alten Mannes, der sich zum einen mit seiner Gegenwart und dem Leben kurz vor Eintritt des Todes auseinandersetzt. Daneben betrachtet er seine Vergangenheit und damit auch die bewegendste Zeit, an die er sich erinnern kann: Die USA in den 30er Jahren. Die Wirtschaftskrise bedrückt auch den damals ambitionierten Studenten und seine Familie.


Das Studium der Tiermedizin bricht der junge Mann überstürzt ab und geht auf Wanderschaft, bei der er sich einem Zirkus anschließt. Hier tritt er in eine Welt ein, in der Tiere und Menschen offenbar friedlich miteinander leben. Doch hinter den Kulissen erfährt er eine zuvor nicht gekannte Gewalt, die jedes Leben dort zu bedrohen scheint.

Gruens Errungenschaft ist es, beiden Charakteren in dem Roman den ihnen gebührenden Platz einzugestehen. Sie erzählt eindrucksvoll von dem hoffnungsvollen Leben, das dem jungen Studenten zu Füßen liegt. Ebenso dramatisch schildert sie, wie eben jenes Leben tiefe Wunden in die Seele des Greises gerissen hat. Gerade das Zusammenspiel beider Figuren, die doch den gleichen Namen tragen, erhebt das Buch zu einem Meisterwerk.

“Wasser für die Elefanten” birgt zwar wenig Spannung in sich, da das Ausmaß des Dramas mit jeder Zeile erkennbar ist. Doch wird der Leser auf dem Weg dorthin sehr gut und mit einigem Witz von Sara Gruen unterhalten. Er leidet mit den geschundenen Tieren und erfreut sich an der liebevoll inszenierten Zirkuswelt – die zum Schluss doch ein Happy End bereithält.

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