Die Wiege des Windes: Ein spannender Umwelt- und Politkrimi (von Ulrich Hefner)

Wir befinden uns an der Nordseeküste Deutschlands, direkt am Wattenmeer: Der engagierte und unbequeme Umweltschützer Björn Larsen erspäht auf hoher See ein rostrotes Schiff, das zwischen den Inseln in Richtung Skandinavien unter der Fahnne Schwedens offenbar ziellos kreuzt. Larsen warnt die Verwaltung des Nationalparks Wattenmeer, da er selbiges in Gefahr wähnt, doch niemand will ihn hören. Plötzlich ist Larsen verschwunden und auf den Leiter der Nationalparkbehörde wird ein Anschlag verübt.

Das Landeskriminalamt ist jetzt am Zuge. Und die Ermittlungen führen in bewegte Zeiten zurück: in die Zeit des organisierten Widerstands gegen Atomkraft und für die Umwelt. Was ist aber nun davon zu halten? Ist Larsen Täter oder selbst Opfer? Was hat es mit seinem plötzlichen Verschwinden auf sich?
Der mittlerweile fünfte Roman des Polizisten Ulrich Hefner, Jahrgang 1961, ist ein echter Leckerbissen für Krimi-Freunde. Von Beruf Polizist, ist Hefner auch Autor des Erfolgsthrillers “Die dritte Ebene” und von “Die Bruderschaft Christi”. Geschickt wird in bewährter Manier in “Die Wiege des Windes” die bewegte Geschichte der Protestbewegungen der 60er und 70er Jahre mit aktuellen Themen verknüpft und zu einem spannenden Zeitroman verwoben, zeigt doch auch Larsen, der unbeugsame Kämpfer für die Umwelt, manche Züge der einstigen Protagonisten der jugendlichen Widerstandsbewegung. So entstehen mehrere Erzählstränge, die letztlich in ein harmonisches Ganzes eingehen. Und auch das Ende des Romans ist mehr als überraschend.
Ein spannender Umwelt- und Politkrimi, der Freunden dieses Genres großen Spaß bereiten dürfte und überdies gekonnt Phasen der deutschen Geschichte miteinander verbindet.
Hefner ist unter anderem Gewinner des eScript Literaturpreises 2002 des ZDF und gehört zu der Vereinigung “Die Polizei-Poeten”.

Hinterlasse eine Antwort

*