Eiskalt erwischt: Hinterhältige Kurzgeschichten

Hier ist das Böse an Brillanz nicht zu übertreffen:  Stefan Hein erzählt in seinen Kurzgeschichten unter dem Titel „Eiskalt erwischt – Hinterhältige Kurzgeschichten“ in Zeilen voll schwarzen Humors für alle, die gerne auch in kurzen Pausen dem Lesegenuss frönen und sich unerwartete Pausen versüßen wollen. Doch es ist nicht nur das Krimi Genre, das einen Teil dieses Buches ausmacht, wie es schon der Titel implizieren dürfte. Auch Erzählungen voll hintergründiger Spannung oder manch bitterböse Satire beherrschen die 14 Werke. Eher ist es der Leser, der immer wieder durch unerwartete Wendungen oder bissige Pointen eiskalt erwischt wird.

Auch den Protagonisten bei „Eiskalt erwischt – Hinterhältige Kurzgeschichten“ wird nichts geschenkt. Der Hochschullehrer, der einem Racheakt zum Opfer fällt, das Medium im Gespräch mit den Toten, ein Geldeintreiber-Pärchen, das sein blaues Wunder erlebt, ein Fotoapparat, der unerklärliche Unfälle zu verursachen scheint oder ein Bewerber, dessen Lebensgeschichte dem Personalchef detailgenau bekannt zu sein scheint…. Bemerkenswert auch die Wortgewandtheit des Autors von „Eiskalt erwischt – Hinterhältige Kurzgeschichten“ und sein Ideenreichtum bei der Ausgestaltung einzelner Charaktere, die ganz und gar nicht den üblichen Erzählschablonen entsprechen.

Doch in „Eiskalt erwischt – Hinterhältige Kurzgeschichten“ erwartet dieser von seinen Lesern auch Nervenstärke und einen gewissen Hang zu schwarzem Humor, denn dieses Buch ist nicht für Menschen geeignet, deren Nerven nicht mindestens Drahtseilstärke aufweisen können. Dass Stefan Hein es schafft, ein kleines Stück Bösartigkeit wie einen roten Faden das gesamte Buch durchlaufen zu lassen, ohne dass die Geschichten nach ähnlichen Mustern gestrickt wurden, ist ein Garant dafür, dass der Leser die Lektüre von der ersten bis zur letzten Seite ausnahmslos genießen kann. Da wünscht mancher sich wohl, seine Pause oder die nächste Busfahrt möge so schnell nicht zu Ende gehen, denn trotz der Abgeschlossenheit der einzelnen Episoden in Titel „Eiskalt erwischt – Hinterhältige Kurzgeschichten“ kostet es Willensstärke und Überwindung die Lektüre nach jedem Schlusspunkt zu unterbrechen.

In jedem Fall zweihundert Seiten, die sich wirklich lohnen und der gewünschte Nervenkitzel wird nicht lange auf sich warten lassen, da Morbidität und Kuriosität des Autors Stefan Hein mit einer grandiosen Bösartigkeit glänzen. Die Präferenzen für die eigene Lieblingsgeschichte aus dem Titel „Eiskalt erwischt – Hinterhältige Kurzgeschichten“ werden sich beim einzelnen Leser schnell herauskristallisieren.

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